e5.at für eine lebenswerte Zukunft

SERI entwickelt in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) das Nachhaltigkeitsmodell e5.at, um nachhaltigkeitspolitische Fragestellungen umfassend untersuchen zu können.
SERI und GWS verfügen über das notwendige Know-how, um dieses gleichermaßen wichtige, wie ehrgeizige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das haben die beiden Institute bereits vor einigen Jahren mit der Entwicklung des Vorgängermodells e3.at (siehe www.energiemodell.at) unter Beweis gestellt, das aufgrund von Umstellungen in der amtlichen Statistik nicht mehr aktualisiert werden kann und neu aufgebaut werden muss.

e5 steht für Economy – Employment – Environment – Energy – Equity (Wirtschaft – Beschäftigung – Umwelt – Energie – Verteilungsgerechtigkeit), alles Themen, die in der Zukunft eine wichtige Rolle in Bezug auf die Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung spielen werden. Um ihre Wechselwirkungen aufzeigen und Zielkonflikte bestmöglich lösen zu können, sollen sie in einem gemeinsamen Rahmen analysiert werden.


e5.at – warum?

In Österreich gibt es derzeit kein geeignetes Modell, um Szenarien und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung umfassend zu beurteilen. Mit e5.at entwickeln wir ein makroökonometrisches, multisektorales Modell, das ein wirkungsvolles Werkzeug zur Messung der Auswirkungen von Politikmaßnahmen auf die ökologische, ökonomische und soziale Dimension nachhaltiger Entwicklung bereitstellt.

e5.at kann politische AkteurInnen bei der Wahl von geeigneten Instrumenten und Maßnahmen unterstützen, indem es die systematischen Zielkonflikte zwischen unterschiedlichen Indikatoren (Wirtschaftswachstum, Einkommen, Beschäftigung, Material- und Energieverbrauch, CO2-Emissionen etc.) in einem konsistenten Rahmen betrachtet und quantifiziert.

Die dynamische Ausrichtung des Modells erlaubt es, Szenarien für unterschiedliche Politikmaßnahmen zu simulieren und deren Effekte für einzelne Branchen, Haushalte, oder auch die Gesamtwirtschaft über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren im Voraus abzuschätzen.

Mögliche Themenbereiche sind unter anderem:

  • Umweltpolitische Eingriffe und deren ökonomische (z.B. BIP, Beschäftigung, Preisentwicklung), ökologische (z.B. Entwicklung der CO2-Emissionen, des Energie- oder des Materialverbrauchs) und soziale (z.B. Entwicklung der Konsumausgaben und des verfügbaren Einkommens unterschiedlicher Haushaltstypen) Auswirkungen,
  • Wachstums- und Beschäftigungsimpulse von Dematerialisierungsstrategien,
  • Auswirkungen einer ökosozialen Fiskalreform in Österreich,
  • Ökonomische und ökologische Evaluierung wachsender Außenhandels-verflechtung,
  • Auswirkungen einer sich ändernden wirtschaftlichen Entwicklung auf die Verteilung, die Beschäftigung, die Umwelt, etc.,
  • Folgen demografischer Veränderung auf den Arbeitsmarkt, die Nachfrage und die ökonomische Entwicklung insgesamt,
  • Folgen technologischer Umbrüche (z.B. Industrie 4.0) auf die ökonomische Entwicklung und auf Branchen,
  •  Regelmäßige Projektionen für die Entwicklung der Beschäftigten nach Branchen und Regionen.

e5.at – wie?

Das Modell e5.at baut auf empirischen Datensätzen nationaler (u.a. Statistik Austria) und internationaler Institutionen (u.a. IEA) auf, um zukünftige Entwicklungen abzubilden. Es unterscheidet über 50 Wirtschaftsbereiche wie z.B. Landwirtschaft, Machinenbau, Bauwesen, Energieversorgung und Verkehr. Durch diese detaillierte Gliederung können die Auswirkungen auf einzelne Branchen betrachtet werden, wodurch wertvolle Aufschlüsse über den strukturellen Wandel und alle damit verbundenen Wirkungen auf vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche gewonnen werden können.

Auch die Konsumseite wird im Modell e5.at detailliert erfasst, indem Ausgaben für Konsumzwecke wie Nahrungsmittel, Bekleidung oder Miete möglichst genau unterschieden werden. Dies hilft bei der Untersuchung von Veränderungen in der Konsumstruktur. Um verteilungspolitische Effekte darzustellen, könnten – sofern die notwendigen Daten verfügbar sind – verschiedene Haushaltstypen, die sich nach Haushaltsgröße und Einkommenshöhe unterscheiden, vorgesehen werden.

Die Abbildung des Strukturwandels und der Auswirkungen auf Konsum und Verteilung ist deshalb entscheidend, da das langfristige Ziel nachhaltiger Entwicklung eine Umorientierung der ökonomischen Strukturen erfordert. Belastende Auswirkungen auf bestimmte Branchen oder soziale Gruppen können erkannt und durch einen gesellschaftlichen Ausgleich und unterstützende Maßnahmen abgefedert werden. Der Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung kann dadurch mit Bedacht auf soziale und wirtschaftliche Verträglichkeit gestaltet werden.

Das Modell ist modular aufgebaut. Es ist geplant, neben einem detaillierten Wirtschafts- und Arbeitsmarktmodell auch ein Energiemodell, ein Materialmodell, ein Verkehrsmodell und ein Wohnungsbestandsmodell zu entwickeln. Außerdem kann e5.at um ein Außenhandelsmodul ergänzt werden, um die Abhängigkeiten von Importen aufzuzeigen und die Verflechtung Österreichs mit Europa und wichtigen Handelspartnern darzulegen. Darüber hinaus wäre es auch möglich, Bildungs- und Zeitverwendungsaspekte in das Modell zu integrieren.

Alle Modellteile werden konsistent miteinander verbunden, um die Wechselwirkungen zwischen ihnen darstellen zu können. Nicht alle Module müssen gleichzeitig entwickelt werden. So ist es auch möglich, einzelne Modellblöcke von unterschiedlichen KapitalgeberInnen finanzieren zu lassen.


Mitfinanzierung des Modells über Projekte möglich!

Für den Aufbau des Modells e5.at sind wir auf der Suche nach AuftraggeberInnen, welche ausgewählte, für sie relevante Projekte finanzieren und damit auch einen Teil der Investitionskosten des Modells tragen. Nicht alle Module müssen gleichzeitig entwickelt werden. Es ist auch möglich, einzelne Modellblöcke (z.B. Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- oder Energiemodell) unabhängig voneinander zu entwickeln und anzuwenden.

Die Mitfinanzierung des Modellaufbaus über Projekte ermöglicht es uns, ein Modell zu entwickeln, das wegweisend für die Umsetzung eines nachhaltigen und lebenswerten Österreichs sein kann. Ist das Modell erst einmal geschaffen, kann es sich über bezahlte weitere Projekte selbst tragen, auch wenn es kontinuierlich weiterentwickelt und aktualisiert werden muss.

Wir laden Sie daher ein, mit uns Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft zu übernehmen und uns in der Entwicklung von e5.at zu unterstützen!

Vielleicht kennen Sie auch noch andere Menschen in Ihrem Umfeld, die unsere gesellschaftspolitische Arbeit unterstützen möchten. Wir freuen uns auf ein persönliches Gespräch.


Ansprechperson

Andrea Stocker
andrea.stocker[at]seri.at