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Ziel des Projekts, welches für den Handelsausschuss des EU Parlaments durchgeführt wurde, war eine quantitative Evaluierung der Einflüsse des internationalen Handels auf Wirtschaft und Klima, sowie die Analyse aktueller Klima- und Handelspolitik.
Klimawandel führt die Liste der politischen Agenda der EU weiterhin an. Beim EU-Gipfel im März 2007 haben sich die 27 Mitgliedsländer der EU erneut dazu verpflichtet, den Herausforderungen des Klimawandels mit unilateralen Reduktionen der CO2-Emissionen um 20% relativ zum Jahr 1990 zu begegnen. Die führenden EU-Länder wollen die Reduktion sogar auf 30% erhöhen, wenn andere entwickelte und aufstrebende Staaten sich ebenfalls bereit erklären, in ein internationales Klimaabkommen einzutreten.
Das schnelle Wachstum des internationalen Handels stellt eine entscheidende Herausforderung für die Klimapolitik dar. Der Transport von Handelsware ist energieintensiv und es besteht die Gefahr, dass Produktion vermehrt in Länder ausgelagert werden könnte, die nicht an Restriktionen von Treibhausgasen gebunden sind. Andererseits eröffnen sich im Zusammenhang mit internationalem Handel auch neue Möglichkeiten im Kampf gegen den Klimawandel, so zum Beispiel durch die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien und ressourceneffizienter Produkte.
Diese Studie beschäftigte sich mit einer Reihe von Fragestellungen rund um den Zusammenhang zwischen internationalem Handel und Klimawandel.
SERI war dabei für die quantitative ökonomische und ökologische Evaluierung zuständig. Einerseits wurde abgeschätzt, inwieweit sich die Verlagerung der Produktion aus Europa in Länder, die nicht im Annex B des Kyoto-Protokolls aufscheinen, auf die Produktionskosten ausgewählter Produkte auswirkt. Andererseits stellte SERI einen quantitativen Vergleich der CO2-Emissionen aus Produktion und Transport vier industrieller und zwei landwirtschaftlicher Produkte auf, die in Europa bzw. einem typischen Produktionsland anderer Weltregionen produziert wurden.
Der Endbericht, welcher von Andreas Kraemer,
Direktor von Ecologic, im Juni 2007 den Parlamentsmitgliedern präsentiert
wurde, umfasst drei Teile. Der erste Teil, für den SERI
verantwortlich war, diskutiert die Zusammenhänge zwischen
internationalem Handel, Transport und Emissionen von Treibhausgasen
und vergleicht die Klimaauswirkungen von ausgewählten in der EU
hergestellten Produkten mit vergleichbaren Importen aus Übersee.
Der zweite Teil wurde von Ecologic erstellt und untersucht
Möglichkeiten zur Implementierung von marktorientierten
Politikinstrumenten im Kontext von Handelspolitik. Schließlich
zeigt Chatham House im dritten Teil rechtliche Möglichkeiten und
Hindernisse, um handelsbezogene Maßnahmen als ein Mittel zur
Bekämpfung des Klimawandels einzusetzen.
Der Endbericht (in englischer Sprache) kann hier heruntergeladen werden.
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