SERI hat für die oberösterreichische Landesregierung in einem Projekt ein Szenario für einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie entwickelt, um daraus vor allem die wirtschaftlichen Konsequenzen in den EU-Ländern heraus zu arbeiten.

Im Jahr 2016 wurde die “Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg” ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, zu verhindern, “dass im Zuge des Umbaus der europäischen Energieversorgung eine gänzlich unwirtschaftliche, veraltete Risiko-Technologie weiterhin durch Subventionen künstlich am Leben erhalten wird.”

Im gleichen Jahr wurde in einem großen EU-Forschungsprojekt (POLFREE), untersucht, welche Wirkungen auf volkswirtschaftliche Größen (z.B. Beschäftigung, Wirtschaftswachstum, Preise, Staatsverschuldung, Wertschöpfung in einzelnen Branchen, etc.) und auf Umweltindikatoren (z.B. CO2-Emissionen, Rohstoffproduktivität) in den einzelnen EU-Mitgliedsländern einhergehen würden, wenn die EU eine globale Vorreiterrolle im Klima- und Ressourcenschutz einnehmen würde. Dieses als „EU Goes Ahead“ titulierte Nachhaltigkeitsszenario wurde von SERI konzipiert und mittels des globalen, umweltökonomischen, multiregionalen Input-Output Modells GINFORS von der GWS Osnabrück in seinen Wirkungen quantifiziert.

Gegenstand des neuen Projekts war es vor diesem Hintergrund, ein Szenario „Europe goes ahead without nuclear“ zu entwickeln und die Wirkungen auf Wirtschaft und Umwelt unter Berücksichtigung aller ausgelösten direkten, indirekten und Rebound-Effekte auf Grundlage des in POLFREE entwickelten Analyserahmens mit dem Modell GINFORS zu quantifizieren. Dieses Szenario beleuchtet die Konsequenzen der Annahme eines kompletten Ausstiegs Europas aus der Atomenergie bis 2050 im Vergleich zu einem „Business as Usual“, das weiterhin auf Atomenergie setzt.

Das Ergebnis: Ein schrittweiser europaweiter Ausstieg aus der Atomenergie bis 2050 hätte in der EU positive Auswirkungen auf alle wesentlichen wirtschaftlichen Indikatoren wie auch auf den Klimaschutz. Die Ergebnisse wurden auf einer Pressekonferenz am 20. September präsentiert.

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