Die EU-Kommission hat unseren langjährigen Partner Deloitte (vormals BIO) gemeinsam mit SERI und IEEP mit einer Nachfolgestudie unseres Anfang 2016 abgeschlossenen Projekts zu den sozio-ökonomischen Auswirkungen von gesteigerter Reparierbarkeit von Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten beauftragt.

In diesem neuen Projekt unter dem Titel “Study to support Ecodesign measures to improve reparability of products”, geht es darum, den aktuellen Stand und die künftige Entwicklung des Reparatursektors in der EU im Hinblick auf das Ressourceneinsparungspotential, die Wirtschaftstätigkeit und das Beschäftigungspotenzial besser zu verstehen. Das erfordert eine detaillierte Analyse des Reparatursektors in den EU-Mitgliedsstaaten – angesichts der Vielfalt und Komplexität des Sektors eine große Herausforderung.

Es werden Szenarien entwickelt, welche die Auswirkungen einer Steigerung der Reparaturaktivitäten auf Beschäftigung, Ressourcenverbrauch und Wirtschaftlichkeit quantifizieren, um dann konkrete politische Maßnahmen vorschlagen zu können, die Reparatur von verschiedenen ausgewählten Konsumgütern zu erhöhen.

Das Projekt ist eine Weiterführung der Studie „Socioeconomic impacts of increased reparability“, die ebenfalls von BIO Deloitte unter Mitwirkung von SERI geleitet und von der Europäischen Union beauftragt wurde. In dieser Vorgängerstudie wurden für vier spezifischen Produktgruppen (Waschmaschine, Geschirrspüler, Kaffeemaschine und Staubsauger) die politischen Optionen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Reparatur erarbeitet.

Die Studie kam zu dem Schluss, dass die Reparierbarkeit erhebliche soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringen kann. Sie belegte auch, dass die Förderung der Reparatur ein wichtiger Beitrag zur Verlängerung der Nutzungsdauer ist. Vor allem die Verfügbarkeit von Ersatzteilen – neben einer reparatur- und recyclingsfreundlichen Konstruktion – sind entscheidend, um die Reparatur als Schlüssel für eine längere Nutzungsdauer zu stärken. Die Studie empfiehlt daher, dass diese beiden Aspekte in künftigen EcoDesign Richtlinien der EU stärker berücksichtigt werden sollten.

Dennoch ist aus der Literatur über die verschiedenen Reparaturaktivitäten in den EU-Mitgliedstaaten wenig bekannt, sodass in der Folgestudie die Datengrundlage verbessert, ausgeweitet und aktualisiert wird, um die Robustheit der Ergebnisse, die darauf aufbauende Szenarienanalyse und die Schlussfolgerungen der Bewertung zu stärken.

Über den Sommer 2017 haben wir gemeinsam mit den Partnern die Lage in Österreich, Deutschland, Spanien, Portugal, Frankreich, Schweden und Polen erhoben – weitere Lände folgen. Am SERI unterstützen uns dabei DER österreichische und europäische Fachmann zu diesem Thema, Sepp Eisenriegler (RUSZ – www.rusz.at) und Ana Carina Pereira in Porto. Ein erster Zwischenbericht wird am 11.September mit Vertretern der Europäischen Kommission diskutiert. Ende des Jahres sollen die Ergebnisse in einem Stakeholder-Workshop in Brüssel vorgestellt und dann auch veröffentlicht werden.

 

 

 


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