Ein neuer Weg – kommunal beginnen, regional erweitern

Eine Kombination von neuer Währungseinheit, Grundeinkommen und ökologischer Preisregelung

Gemeinsam mit Harald Orthaber (FLi / zfs: Technisches Büro Landschaftsökologie – interdisziplinär  http://www.fli.at,), der Initiative Sonnenzeit (http://www.sonnenzeit.jetzt/) und dem Verein Erdpapiere (http://www.erdpapiere.org) arbeiten wir an einem Konzept, für eine sozial & wirtschaftlich notwendige Grundversorgung, die gleichzeitig ökologisch & fair gestaltet ist


Die Zeit ist reif, unser Wirtschaften durch mehrere Rahmenänderungen neu zu gestalten.

Unser jetziges Wirtschaften ist ohne soziale Gerechtigkeit, unter Bedachtnahme ökologischer Regelungen der Naturnutzung, nicht mehr verantwortlich aufrecht zu halten. Zudem bedarf unser Geldsystem einer dringenden Reform, da dessen Kaufkraft permanent und infolge ihrer Geldschöpfungskonstruktion periodisch gefährdet ist. Es verstärkt seit einigen Jahrzehnten, durch zügellose Handhabung, die Gefährdung des sozialen Friedens aufs äußerste, indem es extreme monetäre Ungleichheiten und Spannungen schafft.

Die neuen Rahmenänderungen funktionieren sowohl im Kleinen – regional, vor Ort – als auch im Großen – staatlich bis global – als ein durchgehend übereinstimmendes Konzept. Oder, mit den Worten von Hannes Swoboda, in seiner Rede zu Europa 2020 („Europa 2020 aus sozialdemokratischer Sicht“, 2010): „Es müsste jedenfalls ein Wirtschaftssystem sein, das sowohl die Begrenztheit des Ökosystems Erde erkennt und darauf agiert, aber gleichzeitig die Ungleichheit nicht akzeptiert, sondern im Gegenteil wieder reduziert – und das sowohl auf nationaler, europäischer als auch globaler Ebene“.

Die Umsetzung des bislang erarbeiteten Modells kann, anknüpfend ans gegenwärtige System, parallel und schrittweise stattfinden. Auswirkungen werden wissenschaftlich begleitend ausgewertet und dokumentiert. Die BürgerInnen werden zur Mitarbeit bei der Gestaltung und Feinabstimmung der Module eingeladen. Positive Fortschritte können im Alltag direkt umgesetzt werden.


Rahmenänderungen und Instrumente zur sozial-ökologischen Wende unseres Wirtschaftens

a) Zeitgeld als Währungseinheit. Diese Währungseinheit wird häufig bereits in Tauschkreisen erfolgreich angewendet. Als erste Rahmenänderung stellt diese Komplementärwährung eine Neuausrichtung des aktuellen Geldsystems dar. Zeitgeld befreit uns von Inflation und Deflation und ermöglicht eine transparentere Einschätzung gegenseitiger Arbeitsleistungen. Das Zeitgeld ist auch für Unternehmen in ein rechtlich abgesichertes, staatliches Besteuerungssystem eingebunden.

b) Grundeinkommen. Eine weitere Rahmenänderung, die bislang nur die Initiative SonnenZeit beinhaltet, ist die Ausgabe eines zeit-monetären Grundeinkommens, das einen Teil der erbrachten Leistungen als Gemeinschaftsleistung anerkennt und demnach an alle Mitglieder gleichberechtigt verteilt. Es schafft einerseits das Potential, sich selbstbestimmt in die Gesellschaft einzubringen und ermöglicht andererseits, solide wirtschaftliche Basisverdienste der Dienstleistungs-/Produktionsanbietenden. Das Grundeinkommen ist prinzipiell nach jetzigem Besteuerungssystem steuerpflichtig.

a) und b) bilden das ’sozial & wirtschaftlich notwendige Grundversorgungsinstrument’. Allen Menschen gebührt gleichberechtigter Zugang zur Bezahlung (!) der notwendigen Grundversorgung (Lebensmittel, Kleidung, Energie, Wohnen, Mobilität) in arbeitsteiligen Gemeinschaften, Gemeinden, Regionen, im Staat. Die Knappheit von Bezahlungsmitteln wird beseitigt!

c) Ökologische Preisregelung. Die dritte Rahmenänderung betrifft nun zur ökologischen Wende eine ökologische Preisregelung. Sie belohnt ökologisch-nachhaltiges Verhalten im Konsum, indem unterdurchschnittlicher ökologischer Konsum im Mitgliederverband den persönlichen Zeitkontostand erhöht (Bonus) und umgekehrt absenkt (Malus). Diese Funktion sollte aus staatlicher Sicht nicht steuerrelevant sein. Sie ist im Bonusfall als eine Steuergutschrift, Negativsteuer, zu sehen und hat mit einem Geldbezug über Arbeitsleistung/Güteraustausch nichts zu tun.

c) bildet das ’ökologisch & faire Fußabdrucksinstrument’. Allen Menschen gebührt gleichberechtigter Zugang zur Nutzung nachwachsender Naturgüter (der Mensch ist Teil der Natur, die Erde gehört uns allen gleichermaßen). Konsum von Natur wird durch Produktkennzeichnung mit dem ökologischen Fußabdruck gleichberechtigt festgelegt und periodisch zugeteilt (auf stets gleicher Höhe auf personenbezogenen Ökokonten sichergestellt). Fair ist daran, dass periodischer Mehrverbrauch über diese Zuteilung hinaus, mit zusätzlichem Zeitgeld (Arbeit) erkauft werden muss (Malus). Dieses Zeitgeld wird jenen gutgeschrieben, die unterdurchschnittlich Natur nutzen (Bonus). Somit käme ihr Basiskonsum ‚billiger’ und sie bräuchten daher weniger arbeiten. Gerechte ökologische Preise mit Wirkung der Naturbewahrung, als Haupteffekt dieses Instruments, wird als soziale Besonderheit verzahnt mit Geldtransfers (Bonus-Malus-Funktion, Veränderung des Arbeitsbeitrages).

Alles oben genannte gibt es auch auf einer Seite als PDF zum Herunterladen, sowie als Präsentation.

Außerdem: zwei Artikel über FairNaWi hier und hier.


Kontakt

Fritz Hinterberger
fritz.hinterberger[at]seri.at


Mehr über den Arbeitsbereich Nachhaltige Wirtschaftspolitk und Globale Verantwortung finden Sie hier.